Wie mein Buch entstanden ist

Letztes Jahr, im Frühsommer 2020, der erste Lockdown in Zeiten von Covid-19 kam. Ich war sehr erfreut, hatte ich doch nun genug Zeit an einem schon längst geplanten neuen Onlinekurs zu arbeiten. Ich machte mich auf und fing an, das Skript zum Kurs zu schreiben. Seiten über Seiten häuften sich an und mein Skript wurde immer umfangreicher. Das lag vor allem daran, dass ich während des Schreibens an einem Thema hängen geblieben war, dem ich eigentlich gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenken wollte, da es für den angedachten Kurs gar nicht sooo relevant war, als dass es so sehr ins Rampenlicht gestellt werden müsste. Doch ich konnte einfach nicht von diesem Thema ablassen und schrieb und schrieb, mit dem Wissen, dass es für den geplanten Kurs viel zu viel war. Und dennoch tauchte ich tief in das Thema ein und hörte nicht auf.

Vom Schüler zum Lehrer

Während ich schrieb und immer tiefer sank, so kam in mir der Gedanke auf, dieses Thema von dem ursprünglich geplanten Kurs abzukoppeln und etwas eigenständiges daraus entstehen zu lassen. Zu diesem Gedanken gesellte sich schon bald ein zweiter Gedanke dazu: Jetzt, wo ich schon so viel darüber geschrieben hatte, warum nicht gleich ein Buch dazu veröffentlichen. Die Zeit schien eh reif gewesen zu sein, denn ich hatte einen innerlichen Durchbruch erreicht, der mir die Überzeugung und die Gewissheit gab, dass das, was ich zu erzählen hatte, tatsächlich stimmt und funktioniert. Es war nun nicht mehr nur ein blinder Glaube an etwas philosophisches, nicht mehr nur ein mit Hoffnung beladener Wunschgedanke – nein, es war nun wirklich etwas, das ich erfahren und in mir verankert hatte. So sehr, dass ich fühlte, in diesem Thema vom Schüler zum Lehrer geworden zu sein – allein deshalb, weil ich keinerlei Zweifel mehr hatte und mein neu erlangter Zustand nicht mehr nur sporadisch in mir auftauchte, sondern nun eine neue Grundhaltung, eine neue Basis in mir darstellte, von der aus ich mein Leben wahrnahm.

Ich selbst hatte mich über Jahre der inneren Arbeit, der Meditation, Selbst-Reflexion, hunderter Bücher, zahlreicher Kurse und ganz viel eigener Praxis von meinen inneren Dämonen befreien können. Sinn und Unsinn des Lebens, mentale und emotionale Konflikte, den eigenen Weg suchend, sich mit Bestimmung, Glück und Erfüllung auseinanderzusetzen, sich morgens erhaben fühlen und am Abend wieder deprimiert, frustriert, wütend, traurig und erschöpft ins Bett fallen lassen – früher war ich ständig im Wechsel aus Höhen und Tiefen, aus Hoffnung und Kapitulation, aus Mut und Verzweiflung. Was wollte dieses Leben nur von mir? Was wollte ich von ihm? Und wie konnte ich mich dem Leben wieder öffnen, meinen eigenen Weg gehen, meine Träume wahr werden lassen, Glück finden und schließlich sagen können, dass mir das Leben Spaß macht und ich nicht nur ein glückliches Leben habe, sondern wirklich überzeugt davon bin, dass es schön ist, hier auf dieser Erde, zu dieser Zeit, an diesem Ort, in diesem Körper zu existieren.

Vom Opfer zum Schöpfer

Viele Jahre meines Lebens habe ich mich selbst davon überzeugt, dass ich eher Opfer, als Gestalter meines Lebens bin und je mehr ich mich überzeugte, desto mehr Bestätigung erhielt ich dafür. Doch etwas in mir wollte aus dem Käfig ausbrechen, wollte in den Frieden und in die große Freiheit. Die Freiheit im Außen zu erlangen führte mich als allererstes zur Freiheit im Inneren. Anfänglich konnte ich dank Meditation und therapeutischen Prozessen inneren Druck loswerden und äußeren Frieden finden. Doch das wollte sich alles nicht wirklich stabilisieren lassen. Mein Kartenhaus fiel immer wieder zusammen, bis ich dann der Meinung war, dass das alles doch nichts bringt, nicht nachhaltig ist und sich nicht wirklich etwas verändert. Es schien immer noch Symptombekämpfung zu sein, statt die Wurzel aus dem Boden des Übels zu ziehen. Doch was war die Wurzel? Ich beschäftige mich viel mit Spiritualität, mit Yoga, mit Buddhismus und auch Neurowissenschaften und den Forschungen der Moderne. Auch wenn ein Teil in mir all das schon abgetan hatte und meinte, dass das alles doch letztlich eh nichts bringt, so war ein anderer Teil in mir zum Glück stärker daran interessiert, die Wurzel zu finden. Und so lebte ich im ständigen Hin und Her aus neuen Erkenntnissen und Erleuchtungsmomenten, die schnurstracks wieder von dunklen Tälern der inneren Finsternis zerstört wurden.

Doch wie ich nun an diesem eigentlich geplanten Kurs arbeite und mich in das Thema fallen ließ, aus welchem nun ein Buch entstehen sollte, bemerkte ich, dass ich mich tatsächlich verändert hatte. Ich habe es unbemerkter Weise geschafft mich von meinem alten Opfer-Ich zu lösen und etwas in mir zu finden, dass größer, liebender, ruhender, friedvoller und freier ist, als mein eigenes kleines Ich. Ich war mir über die Jahre selbst zum Feind geworden und projizierte diese Feindschaft nach Außen. Doch nun hatte ich erkannt, wer oder was da in mir mein Feind war bzw. lernte ich die Mechanismen kennen, die mich mir selbst zum Feind machen ließen. Ich erkannte meine verstrickten Gedanken, sah die gewohnten Gefühle, spürte den nach diesen Gefühlen süchtigen Körper und bemerkte, wie scheu mein Herz geworden war. Mit viel Arbeit durchbrach ich mein Inneres, mein mich einschränkendes Haus und öffnete mich trotz aller Angst und Beklemmung diesem Zustand, der meine Persönlichkeit ausmachte. Ich hatte mich dazu entschlossen, meine inneren Grenzen zu durchbrechen und Licht in die alten Gemäuer einziehen zu lassen – ohne zu wissen, was da wohl kommen mag. Es war der Sturz ins Unbekannte, ins Ungewisse und alles, was ich verraten musste, war ich selbst. Ich stellte mich nicht mehr gegen das Leben, ich stellte mich gegen mich selbst. Aber auf eine Weise, die schlussendlich den Kampf in mir aufhob, statt ihn weiter zu schüren.

Mein Weg als Wegweiser für andere

In meinen Buch habe ich meinen gesamten Prozess deutlich gemacht und beschreibe und leite dazu an, sich selbst aus den dunklen Tälern der Lebensmüdigkeit zu den Höhen der bedingungslosen Lebensfreude zu erheben, so, wie auch ich es getan hatte. In dem Moment, als mir auffiel, dass ich „Auf der anderen Seite“ angelangt war, wußte ich auch, was es braucht, dort hinzugelangen. Und ich wußte nun auch, was uns davon fern hielt. Dadurch, dass ich den Sprung geschafft hatte, war mir nun absolut klar, wie man springen müsse, um eben auf diese andere Seite zu gelangen. Diese Einsicht zog die Entstehung des Buches nach sich. Denn im Kampf gegen mich selbst, erkannte ich auch, wie sehr wir uns selbst beim Erreichen-Wollen unserer Ziele im Wege stehen. Wie ich auch im Buch beschreibe, so ist es das Wollen, das uns letztlich von dem trennt, was wir wollen. Schaffen wir es uns aber vom Wollen zu trennen und von dem Teil, der das Wollen in uns aufrecht erhält – schaffen wir es uns von uns selbst zu trennen, dann wird eine größere Macht wach, die intelligenter und kohärenter zu arbeiten beginnt. Alles, was wir machen müssen, ist, uns aus dem Herzen her mit unserem Wunsch zu verbinden, die Ausreden und Einwände unseres Ich beiseite zu schieben und den Sprung ins Ungewisse zu wagen. Und das tat ich auch, während ich mir vorstellte ein Buch zu veröffentlichen. Wenige Zeit später bekam ich eine Mail vom remote Verlage mit der Anfrage, ob ich nicht ein Buch für sie schreiben möchte. Erstaunt und dennoch mit einem vertrauten, unüberraschten Gefühl war mir klar, dass dieses Buch geschrieben werden will. Nicht von mir, sondern durch mich.

Die transformative Kraft des Schreibens

Es war Fügung oder Schicksal, vielleicht auch Manifestation oder ein Anziehen von dem, was zu meiner Schwingung passte. Ich antworte, dass ich schon vor deren Anfrage bereits begonnen hatte, das Buch zu schreiben, nach dem sie fragten. Ein kurzes Gespräch folgte und schon stürzte ich mich in die neue Aufgabe. Doch nun war der Lockdown vorbei und ich durfte das Buch zwischen Arbeit und dem „weltlichen Struggle“ schreiben. Und auch musste ich feststellen, dass das zuvor Geschriebene zwar eine gute Grundlage bildete, aber so, wie es geschrieben war, nicht zu dem Buch passte. Ich musste also wieder völlig von vorn beginnen. 6 Monate zogen ins Land und gefühlt tat ich kaum etwas anderes als auf Arbeit zu gehen und in meinen freien Minuten mich innerlich so leer werden zu lassen und auf das Thema einzustimmen, dass das Thema durch mich durch floss. Ich merkte regelrecht wie der Fluss ins Stocken kam, jedesmal wenn ich es versuchte anzuschieben, und wie die Worte von selbst den Weg durch mich durchfanden, wenn ich von jeglichem Ziel und jeglicher Absicht losließ. Ein weitere Beweise für die Richtigkeit dieses Buches: Je mehr ich mich selbst losließ, desto mehr kam ins Fließen, was fließen wollte. Ich sah einfach zu und ließ es geschehen. Es war eine aufregende Reise, die ich beim Schreiben des Buches antrat. Ich ging an den Anfang meiner inneren Reifung zurück und durchlebte meine letzten Jahre während des Schreibens erneut. Ich verlor mich zwischenzeitlich selbst, um mich auch hier wieder auf eine neue Art und Weise wieder zu finden. Es war in der Tat ein reinigender, heilender und transformativer Prozess und ich weiß noch, wie ich zu mir selbst sagte: „Selbst wenn kein Mensch dieses Buch lesen wird, so hat es immerhin einem Menschen geholfen, sich zu heilen: mir selbst.“

Das Buch ist fertig – Zwischen den Titeln hin und her gerissen

Ende Januar 2021 war ich mir der Rohfassung des Buches fertig und übergab es an die Lektorin, welche inzwischen das Buch zur Überarbeitung an mich zurück gab. Hier und da gab es ein paar kleine Änderungen, für die ich sehr dankbar bin, denn sie schaffte es, die Sachen geradezurücken, die etwas durcheinander waren und mich auch in grammatikalischer Weise zu unterstützen. Mittlerweile ist das Buch zur Korrektur in Bearbeitung, um die letzten falsch gesetzten Kommas zu korrigieren. Danach geht es ins Layout, zur Covergestaltung und, nach einem letzten Blick meinerseits auf das Ergebnis, wird es dann veröffentlicht. Wann genau es rauskommt, kann ich nich nicht sagen – ich vermute, dass es noch ein bis zwei Monate dauern wird. Doch nach all der Zeit, die es für die Entstehung brauchte, ist jetzt auch keine Spur von Eile in mir. Ich selbst habe schließlich nicht das Buch schreiben wollen – es hat sich selbst schreiben wollen. So komisch das auch klingen mag. Meine Erkenntnis, dass ich „Auf der anderen Seite“ angekommen war, hat dazu geführt, dass dieses Buch der Ausdruck meiner Reise werden sollte. Deshalb habe ich diesem Buch zuvor schon diesen Titel geben. Doch während ich das Buch schrieb – und ich wusste vorher schließlich nicht, was ich da schreiben werde – kam mir ein weiterer Titel in den Kopf: Der Schattenwolf. Alles, was im Buch steht, kam aus einer spontanen, offenen Haltung heraus und entsprang dem Moment. Jedes Bild, jedes Gleichnis, jede Beschreibung überraschte mich selbst. Ich fand es wirklich sehr amüsant mir selbst zuzuhören bzw. zu lesen, da ich keinerlei Ahnung hatte, was da kommen würde. Ich war jedesmal selbst von mir überrascht. Und so kam es, dass sich ein Wolf in meine Erzählung einbaute. So sehr, dass er zum Protagonisten wurde. Und der Wolf hatte seinen Schatten immer bei sich. Und auch sein Schatten schaffte es, sich im Buch tief zu verankern. So sehr, dass Wolf und Schatten am Ende eine Einheit und ein eigenes Wesen bildeten, die den größten Teil des Buches ausmachen.

Ein Titel ist gefunden

Da ich mir nun nicht mehr sicher war, welcher Titel der passender ist, so übergab ich das an das Publikum. Ich ließ euch entscheiden, welcher Titel es werden sollte. Zur Auswahl standen drei Titel:

  1. Auf der anderen Seite
  2. Der Schattenwolf
  3. Die Selbst-Demontage

Nach ein paar Tagen der Abstimmung war es nun so, dass „Die Selbst-Demontage“ abgewählt wurde. Dieser hatte die wenigsten Stimmen bekommen. Die meisten Stimmen gingen jedoch zu fast gleichen Teilen an die beiden anderen Titel mit einer klitzekleinen Mehrheit von vielleicht 2% für „Der Schattenwolf“. Und da ich selbst zwar schon von Anfang an für „Auf der anderen Seite“ war und dies sozusagen auch mein Arbeitstitel war, so habe ich mich nun mit dem Verlag dazu entschieden, dem Buch den Titel „Der Schattenwolf“ zu geben. Und ich muss sagen, dass ich sehr sehr zufrieden damit bin. Denn bei mir entsteht dabei Spannung, Neugierde und das Gefühl, ein Krimi würde auf einen warten. Und genau darum geht es im Buch: Wer ist der Übeltäter? Werden wir ihn erwischen? Wird es ein happy end geben? Und wenn ja, wie?

Ebenfalls standen vier Untertitel zur Auswahl, wovon einer mit extrem großem Abstand gewonnen hat:

Erkennen – Befreien – Verändern – 3 Schritte für einen tiefgreifenden Lebenswandel.

Perfekt! Denn dieser Untertitel sagt punktgenau aus, worum es im Buch geht. Das Buch ist in genau diese drei Teile geteilt. Es beginnt mit dem Erkennen dessen, was uns in unserer inneren Tragödie und in unseren äußeren Dramen gefangen hält. Es lehrt uns, wie wir uns von dem Befreien können, was uns darin gefangen hält und führt uns letztendlich dorthin, wo wir anfangen können, uns tiefgreifend und nachhaltig zu verändern – so, wie ich es auch getan habe.

Einen Gipfel erklimmen

Das Buch ist umfangreich. Es hat um die 160.000 Wörter, was zwei bis drei „normalen“ Büchern entspricht. Doch ich konnte es nicht kürzer fassen. Ich wollte es auch nicht. Jeder Schritt, den ich beschreibe, war in meinem Leben wichtig. Schließlich haben mich alle Schritte dorthin gebracht, wo ich jetzt – innerlich und äußerlich – stehe. Und ich will dir als Leser diesen Weg genausten zeigen, sodass du es mir gleich tun kannst. Ob du jeden Schritt brauchst, ob du auch dort rauskommst, wo ich rauskam, kann ich nicht wissen. Vermutlich wirst du selbst deinen Weg finden und mein Weg dient nur der Inspiration. Und das ist auch gut so. Genau so soll es sein. Auf meinem Weg begegneten mir viele Hindernisse und ich habe mir die Mühe gemacht, all diese Hindernisse aufzuspüren und den Umgang mit ihnen zu beschreiben, in der Hoffnung, dass du – der seinen Weg genauso beschreiten will, wie ich meinen – diese Hindernisse schneller erkennen und transformieren kannst. Ich erkläre die Kletterrute – gehen muss jeder selbst. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei Abkürzungen, neue Routen und einen anderen Weg auf den Gipfel – auf deinen Gipfel. Und dann freue ich mich darauf, dein Buch in den Händen zu halten und darüber zu lesen, wie du den Aufstieg geschafft hast!

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