Brief an eine Freundin – über die Angst, nicht das in seinem Leben zu bekommen, was man will.

Nun sitz ich im Café allein – draußen, im Halbwarmen und fang einfach an dir zu schreiben. Gedanken und Ideen vorher zu ordnen, das wird doch eh nix. Einfach drauf los und im Nachhinein entwirren, so wird‘s jetzt gemacht!

Ich hab mich lang nicht getraut, dir zu schreiben, aus Furcht vor mir selbst. Nicht zu wissen, was ich schreiben soll im Hinblick auf schlaue Worte, gute Ratschläge, Weisheiten und Lebensfragen. Über meine Einstellung, die Sicht der Dinge, mein Befinden und die Beschaffenheit meiner Seele. Furcht deshalb, weil ich lange Zeit wieder gefangen war im Sog der Möglichkeiten, der Entscheidungsfragen, des Bewertens meiner jetzigen Situation in Gut und Böse, in Gefallen oder nicht Gefallen. Ich habe in letzter Zeit geistigen Widerstand geleistet gegen alles, was sich mir darbot und was sich nicht von jetzt auf gleich ändern lassen ließ.

Natürlich hab ich Ideen und Vorstellungen über
„So könnte mein Leben sein!“
„So hätte ich es viel lieber!“
oder „Wenn es so und so wär, dann würde mir mein Leben gefallen“.

Das hatte zur Folge, dass es postwendend natürlich endete in
„So wie es jetzt ist, gefällt es mir nicht!“
„Wo ist denn bitte schön der Sinn in dem, was ich gerade tue?“ und
„Soll das alles sein? Ist das mein Leben?“.

Daraus resultierte dann Frust, Groll, Wut, Angst und Schmerz. Damit habe ich zu kämpfen gehabt. Ständig kreisen die Gedanken. Der Verstand hört nicht mehr auf unentwegt zu denken. Und worüber denkt er nach? Über „Wo komm ich her?“, „Wo will ich hin?“, „Was ist hier scheiße?“, „Warum ist es scheiße?“, „Wenn ich doch nur wo anders wär…“, „Wie würde es doch alles besser sein, wenn ich nicht das machen würde, was ich gerade tue.“, „Wenn doch endlich das und das eintrifft, dann, ja dann fang ich an, endlich ich zu sein!“…

Im Endeffekt ist das doch alles totaler Schwachsinn. Warum? Ganz einfach: ich lebe immer in der Vergangenheit oder in einer mir ausgemalten Zukunft. Eine Zukunft die nie eintreffen wird, denn es gibt im Prinzip keine Zukunft. Es ist immer nur das Jetzt da. Klar kann ich denken „Morgen fahr ich mit der Bahn.“- und da mal ich mir aus, wie ich in der Bahn sitze, die Sonne durch’s Fenster scheint und ich ein Buch dabei lese. Ich sehe mich vor Augen, wie es sein wird. Und dann ist es morgen und ich bin mir gar nicht so sehr bewusst, dass ich gerade in der Bahn lesend sitze und die Sonne scheint. Warm nicht? Weil ich wieder damit beschäftigt bin, an irgendwas zu denken.: An Morgen, wie ich da in der Bahn sitze. An Gestern, als ich laufen musste und wie doof das war. An den Typen, der mir beim Einsteigen im Weg stand oder wieder, wie so oft, dass ich zwar in der Bahn sitze, aber auf Arbeit fahre und wenn ich dort bin erwartet mich nur blöder Müll auf den ich kein Bock hab. Also gibt es diese Zukunft, in der ich zufrieden in der Bahn saß, gar nicht. Und warum nicht? Weil ich permanent denke. Und mein Denken ist damit beschäftigt, meine Situation im Jetzt gar nicht wahrzunehmen, sondern das Denken sucht permanent einen Zustand, den es nicht hat.

Entweder Momente aus der Vergangenheit, denen ich nacheifer, oder Zustände in der Zukunft, die mir angeblich eine Befriedigung geben. Zustände, die ich jetzt nicht habe und auf deren suche ich bin. Aber bei dem Beispiel mit der Bahn gibt es diese Befriedigung nicht, auch wenn der Moment der ausgemalten Zukunft eintrifft. Und das aus dem Grund, weil ich einfach nicht klar komme, die Gegenwart zu akzeptieren, zu genießen, das Denken sein zu lassen und ich aufhören muss, mir ständig ’ne Waffel über Kommendes oder Geschehenes zu machen. Nur so hätte ich in der Bahn sitzen können und hätte gelesen und wäre voll und ganz in dem Augenblick gefangen. Was war und kommt wär mir egal gewesen, weil es einerseits war und vorbei ist und weil es andererseits erst später kommt und noch vor mir liegt. Das ist, wie etwas zu essen und sich dabei vorzustellen, was man morgen isst und wie es schmecken wird. Somit merk ich nicht, wie es jetzt im Augenblick schmeckt und jetzt zu wissen, wie es morgen schmecken wird, weiß ich ja auch nicht. Vielleicht ist es salzig, vielleicht hab ich Zahnschmerzen – das wird sich erst zeigen, wenn ich morgen dann esse und dann in diesem Augenblick eben wieder so gegenwärtig bin, wie ich es in der Bahn hätte sein sollte, damit ich merke, wie in genau diesem Augenblick genau dieses Essen schmeckt.

Also hör ich auf mir Gedanken zu machen über das was kommt. Ich kann nicht mehr, mir tut der Kopf weh. Das ging soweit, dass ich krank wurde und nicht mehr so recht mit mir was anzufangen wußte. Ich möchte dir das mit auf den Weg geben. Wie du sagst: „Pläne machen… wozu?“. Just go with the flow, oder, wie du es so schön formuliert hast: „Statt Pläne lieber nur Stecknadeln setzen.“ oder wie ich sage „eine Idee haben“. Ich habe Ideen, Stecknadeln, die ich gesetzt habe, aber mehr auch nicht. Das krampfhafte Verhalten irgendwo hinkommen zu müssen, sei es ein Ort, z.B. „Ich will unbedingt hier weg und will endlich raus und frei sein in, sagen wir mal Brasilien!“.

Klar heißt es „Ein Schiff ohne Ziel findet keinen Hafen“, aber was ist, wenn die See zu stürmisch ist und der Hafen so nie erreichbar sein wird. Sollte der Kapitän dann das Schiff mit aller Kraft versuchen dort hinzufahren, um am Ende dort halb kaputt, wenn überhaupt, anzukommen. Womöglich noch krank und ausgelaugt? Die ganzen Jahre des Weges bis dahin waren nur Kampf, nur Krampf, nur Schmerz und Leid. Wozu das Ganze? Das gleicht doch einem Pyrus-Sieg, bei dem man am Ende selbst zu viel Schaden genommen hat, als was man gewinnt. Also zurück nach „Brasilien“: Ich weiß ich wär gern da (angenommen), dann schalte ich mein Denken kurz ein und überblicke die Lage und Möglichkeiten. Ich sehe z.B., dass ich finanziell, jobtechnisch, was auch immer, erst in 5 Jahren es schaffen würde. Sollte ich dann die 5 Jahre bis dahin nur noch im Geiste in der Zukunft leben, mit den Gedanken „Wenn ich erstmal da bin, wird alles besser…“. Jedesmal, wenn mich hier was anpisst, immer die Gedanken „nur noch 5 Jahre, nur noch 4 Jahre, dann hast du‘s geschafft…“.

Wohin führt das? Ich achte im Jetzt und hier nur noch auf die Dinge, die mir auf den Sack gehen. Mehr und mehr pisst mich alles an und es entsteht ein Kreislauf zwischen Denken und Fühlen:

Ich denke „Alles scheiße hier! Wenn ich erstmal in Brasilien bin…“
Ich fühle „Wut, Groll, Angst und Schmerz“

Dadurch denk ich noch mehr „So ne scheiße hier!“
Ich fühle noch verstärkter „Angst, Hass, Abneigung“ und so weiter.

Das nimmt kein Ende. Lass die fünf Jahre rum gehen: Ich bin in Brasilien. Dann hab ich fünf Jahre meines Lebens verschenkt. Sinnlos. Als wäre es nichts wert, als wären sie Dreck gewesen. Aber es ist mein Leben. meine Realität. ich suche mir bzw. kann mir bewusst raussuchen, worauf ich mich konzentriere, was ich zulasse, worüber ich mir Gedanken mache, welche Gedanken ich ab nun an sein lassen werde und welche ich aufnehme. So hätte ich mich auch bewusst dafür entscheiden können, die fünf Jahre zu genießen. Klar ist das schwer, weil die Angst es einem vermasselt. Angst davor, dass man vielleicht gar nicht bis nach Brasilien kommt. Wer weiß schon, was in fünf Jahren ist. Und erst wenn ich dort bin hab ich die Gewissheit, dass ich auch wirklich dort bin. Dann erst kann ich mich fallen lassen und sagen „Ich habs geschafft“. Die Angst, es würde nicht so werden wie man es will, wie man es sich ausmalt. Also verneint man noch mehr die Gegenwart, weil die einen hindert, die ausgedachte Zukunft zu leben – welche so ja überhaupt nie existieren wird. Absolut paradox und vollkommen schwachsinnig, aber das ist es, was wir Menschen Denken und Verstand nennen. Ich hätte die fünf Jahre bewusst verbringen können: Zuversicht und Vertrauen auf die Stecknadel „Brasilien“, die ich mir gesetzt habe, aber auch immer mit der Freude und der Spontanität am Ende in Venezuela rauszukommen oder gar hier zubleiben. Der Unterschied wäre: Ich war immer innerlich zufrieden und glücklich, habe Freude verspürt und mich und mein Leben zu jederzeit geliebt. Somit hab ich mich nicht in eine Abhängigkeit von Umständen begeben. Ich hätte nicht erst etwas haben müssen, um mich gut zu fühlen. Ich fühlte mich bereits gut. Und dann kann kommen, was will. Ob ich dann ein Ziel erreiche oder nicht, ist entweder schön oder schöner, aber nicht schlecht und schon gar nicht war alles vorher noch schlechter.

Ich habe so viele Möglichkeiten hier, denen ich nachgehen kann. So viele Ideen, wie ich mein Leben gestalten könnte. Aber ich weiß auch nicht, wann davon was realisierbar wäre, in welcher Reihenfolge und ob ich überhaupt alles schaffe. So plagten mich ständig Sorgen, Zweifel und Ängste und ich lehnte immer mehr die jetzige Gegenwart und mein Umfeld, mein Leben ab. Klar weiß ich, dass ich gern mehr Zeit für schöne Dinge haben würde, dass ich gern was ganz anderes mal machen würde, dass ich gern mehr Musik machen würde, die mir Spaß macht und dafür mehr Zeit haben will, dass ich meine Zeit selbst gestalten will, dass ich die Welt sehen will, dass ich einen Hund oder zwei haben will, dass ich viel in der Natur unterwegs sein will, dass ich so viele Dinge noch ausprobieren will, wie Segeln, Surfen, Reiten, Huskyschlitten führen, Sprachen lernen, Gemüse anbauen, Fisch räuchern und Brot backen und und und. Auf keine Fall will ich hier so weiter machen für ewig. Doch da kommt dann gleich der Verstand und das böse Denken: „Wie es aussieht, besteht erstmal keine Möglichkeit von eigener kraft in sehr naher Zukunft irgendwas anderes zu machen. Wer weiß, was die Gesundheit macht. Wer weiß, was kommt und was passiert.“ Ständig Fragen die Sorgen und Ängste aufzeigen. Die machen es mir schwer, weil ich dann das Gefühl habe, sofort los zu müssen, weil ich vielleicht später nie mehr die Chance dazu hab. Das mag sein, aber das macht es auch nicht besser. Ganz im Gegenteil. Ich bin wie gelähmt und bin nicht mehr wirklich hier anwesend. So war es zumindest.

Kann sein, dass ich hier nie rauskomme, dass ich nichts von all dem erreiche. Stecknadeln und Vertrauen und dabei in der Gegenwart sein. So weiß ich im Inneren wo ich hin will und lasse aber das Jetzt zu, um mir spontane Möglichkeiten zu geben, die ich locker und leicht sehe und aufnehmen kann – spielerisch und freudig. Ich denke immer an einen Hund, dem man einen Ball zu wirft. Egal was ist und war, er freut sich sofort und immer. Weil er absolut gegenwärtig ist. Da kann drei Minuten vorher die böseste Rauferei gewesen sein, egal! ich denke aber auch, man muss ja schon kämpfen, wenn man was erreichen will, sonst plätschert man ja nur so umher und lässt sich treiben, irgendwohin, wo man gar nicht hin will, als wär man willenlos. Aber darauf glaube ich die Antwort gefunden zu haben. Denn es ist ja keine Willenlosigkeit da. Auch hier herrscht komplettes Gegenteil: der Wille, das Bewusstsein, das „sich dessen bewusst sein, wer man ist und was man will“ erlangt man nur, indem man den Verstand und das Denken ausschaltet. Sich über diese stellt und diese nur benutzt, wenn sie einem dienen. Und nicht umgekehrt. Normalerweise dienen wir dem Denken. Das Denken schaltet sich ein und kommt mit Zukunftsvorstellungen und den eben erwähnten Ängsten. Was machen wir? Wir handeln danach und reagieren mit Wut, Abkapslung, fett-fressen, saufen, rauchen, Party, rausch, Ekstase ,etc..

Andersrum – wenn wir das Denken kontrollieren, dann ist es so: Wir sind grundsätzlich gegenwärtig. Das Denken führt uns nicht mehr, wir führen das Denken. Ich weiß ich will nach Brasilien, bin aber hier und denke nicht weiter drüber nach „was wäre wenn“ und „ach wär das schön wenn denn nun endlich“. Ich weiß, es kommt oder es kommt nicht. Wenn ein Entschluss gefasst ist, und man eben das Denken kontrolliert und Ängste und Schmerz weglässt, dann kommt was kommt. Ganz einfach, weil man es innerlich bereits zugelassen hat. Man wehrt sich nicht mehr gegen das, was war, ist oder vielleicht nicht kommt. Sprich, ich habe keine Angst davor evtl. auch nicht in Brasilien zu landen. Das Denken nutze ich dann nur noch, wenn sich mir eine Möglichkeit bietet. Dann erst denke ich und zwar, welchen Zug ich wann zum Flughafen nehmen muss. Mehr auch nicht. Bis dahin spielt es keine Rolle. Denn der Augenblick ist eben noch nicht da. Was soll ich vorher drüber nachdenken? So halte ich mir den Kopf und die Sicht frei für andere Dinge, welche sich mir im aktuellen Moment offenbaren. Dinge, die vielleicht gar nix damit zu tun haben, aber für mich trotzdem wertvoll sind. Und es gibt Haufen wertvolle Momente, wenn man sich auf die Gegenwart konzentriert. Denn wenn ich in einer Bahn sitze und lese, spielt es dann eine Rolle, wo die Bahn gerade lang fährt, in welcher Stadt ich bin, wo ich her komme oder wo ich hin fahre? Nein! Es zählt nur, dass ich in dieser Bahn sitze uns lese, weil es das ist, was ich gerade tue.

So sitz ich hier gerade im Café und wäre gern in einer verlassenen Hütte am Rande der isländischen Küste, währen im Ofen mein Brot backt und draußen die Hunde Heulen, die Heizung im Musikkeller schon warm läuft und ich mir noch einen Whisky eingieße. Ich sitz hier, meine Hände sind kalt und das Bier ist schal. Aber ich bin zufrieden, weil ich mit mir und dem Augenblick zufrieden bin. Er ist friedlich. Jetzt. Genau jetzt. Später kann ich irgendwelchen Idioten über den Weg laufen, morgen kann mich der Job versuchen zu nerven oder ich fall hin und mein Mac geht kaputt. Aber jetzt, genau jetzt schriebe ich dir und ob ich das von Island aus mache oder von hier aus, tut nix zur Sache.

Man muss natürlich auch Wege einschlagen und gehen, Entscheidungen treffen. Wenn ich nach Brasilien will und weiß, es dauert fünf Jahre, dann kann ich jetzt schonmal anfangen alles vorzubereiten. Geld sparen, Ausgaben reduzieren, die Sprache lernen, alles sowas. Quasi mein Leben der Vision widmen und Prioritäten setzen. Aber ich darf nicht vergessen, dass ich immer nur an einem Ort bin und das ist Jetzt! Hier! Egal wo du bist, du bist immer hier, der Ort vor deinen Augen. Und den zu gestalten, darum geht es. Ich bin fünf Jahre hier, ich gestalte das Hier. Dann bin ich im Flugzeug und gestalte den Ort da, dann in Brasilien und gestalte den Ort da,

„Da“ heißt „Hier“, denn sitz ich dann im Flugzeug bin ich hier im Flugzeug. Und trotz aller Vorbereitung darf ich nicht das aktuelle Hier verneinen und nicht zulassen. Das ist Verleumdung des eigenen Ichs. Das nimmt die komplette Freude am Leben. Das nimmt die Lockerheit, das Spiel und die Lust, nimmt Vertrauen und Hoffnung und Zuversicht. Es gibt dann nur Hass, Groll, Trauer, Wut, Neid, Angst und Schmerz bzw. Leid. Eigenes leid. Ich habe die letzten tage sehr gelitten, seit dem ich wieder hier bin und hab es einfach nicht auf die Reihe gekriegt, mich daraus zu holen.

Ich habe jetzt angefangen loszulassen und es auf mich zukommenzulassen. Unverkrampft, spielerisch, freudig und zufrieden. Mir gefällt hier nicht alles und ich hätte gern andere Umstände, sehe mich in Gedanken schon nachmittags einfach rausgehen mit meinem Hund, während ich aktuell doch auf Arbeit sitze und Dinge tue, die mir keinen Spaß machen. Aber ich akzeptiere das. Ich geb mich dem hin und bin freudig im inneren, weil ich so zwei Dinge erreiche, wo ich auf andere Art gerade mal ein erreiche. Die ein Art ist“ die Schlechte“: ich akzeptiere das, was gerade passiert, nicht und bin ständig im Kampf das ändern zu wollen, in Gedanken immer wo anders und immer nur am Hadern mit der Gegenwart. Ich will raus und erst wenn ich es geschafft habe, dann bin ich vielleicht an einem „besseren“ Ort (einen besseren Ort gibt es nicht, wenn man nie damit aufhört, sich von seinem Verstand benutzen zu lassen).

Die „gute Art“ ist: ich akzeptiere, was geschieht, bin zufrieden und vertraue darauf, irgendwo zu sein, wo ich gern mal wär, speichere das Gefühl in mir ab und rufe es aber nicht ständig auf oder mach es zu meinem Hauptgedanken. Ich nehme es als Basis und lasse den Rest laufen. Ich gewinne dadurch: Freude im jetzigen Augenblick, Freude auf dem Weg zum Ziel, Freude bei erreichen des Ziels, Freude beim nicht erreichen des Ziels, Freude auf allen anderen noch kommenden Wegen.

Auf der „bösen Art“ verlier ich nicht nur das alles, ich gewinne höchsten Freude am Ziel angekommen zu ein. Und dann? Dann geht alles wieder von vorn los. Und nur, weil ich mich nicht von mir selbst, bzw. von meinem Verstand und meinem zwanghaften Denken lösen konnte. In beiden fällen hab ich nichts zu verlieren. In dem „guten Fall“ jedoch reichlich zu gewinnen. Und das ist der Grund warum es eben nicht mit willenlosen dahintreiben zu tun hat, sondern eben vielmehr mit bewußter Steuerung und bewußt gelebtem Jetzt, welches viel mehr bietet, als der „böse Weg“. Und vorallem hält es noch andere Optionen offen. Man hat keine Scheuklappen auf und kann noch andere sich bietende Möglichkeiten wahrnehmen, die man so sonst übersehen hätte (Tunnelblick).

Woran ich dann auch noch zu knabbern hatte, war der Gedanke (ja auch hier wieder das angstvolle, zerstörerische sinnlose Denken, was mich leitete und mich besaß) der Rechenschaft. Rechenschaft vor Anderen, denen ich von meinen Plänen, Träumen, Zielen und Vorhaben erzählte. Leute, wie meine Eltern, die oft auch miterlebten, dass ich hier und da mal Ideen hatte und die dann kurzlebig wieder verschwanden. Dann wird man konfrontiert mit Aussagen, wie „du schon wieder“ oder „na mal abwarten was in zwei Wochen ist“ oder „wer weiß, was du dir noch alles einfallen lässt“ gepaart mit „hast du dir das auch gut überlegt“ und zerstörerischen Einwänden wie „ich würde das nicht tun“, „hast du auch da und daran gedacht“, „so was wird nie funktionieren“ und „was ist wenn, … oder was kommt danach, … oder und wie ist das dann später mal“.

Irgendwann fängt man an und nimmt das als seine Realität auf. Nein, vielmehr das eigene Denken nährt sich davon. Dieses braucht die Angst, braucht die Sucht in der Zukunft Erlösung zu suchen, braucht die Vergangenheit, um seine Existenz zu rechtfertigen. Ohne all dem, wäre man selbst jetzt augenblicklich frei von allem und das Denken hätte keinen Grund mehr zu sein. Klar, dass es das nicht aufgeben will. Wohin das führt, hab ich ja schon ausführlich beschrieben. Man zweifelt an sich. Die, denen man erzählte, die, die dagegensprachen, denen will man gerecht werden. Eine Art Glaubwürdigkeit geben und sich dadurch selbst glaubwürdig werden. Am Ende ist eine Idee, eine Stecknadel gar nicht mehr der freudige Wille etwas aus purer Lust zu machen, nein, es ist der Zustand, etwas zu machen, nur um es zu machen, weil man es jemanden gesagt hat, der nun das erwartet und dem wir es „zeigen“ wollen…

So denken wir zumindest. aber ist es so? Spielt es eine Rolle? Man fängt an, sich schlecht zu fühlen, bei so vielen Ideen, die nicht mal ansatzweise umgesetzt werden. Aber was ist schlecht an Ideen? Schlecht sind nur die Gegenredner, die, die einem etwas ausreden, Sorgen bereiten und Angst machen wollen. Und in erster Linie ganz vorn dran ist man es selbst. Man nimmt soetwas auf, was andere sagen, glaubt das dann und macht es irgendwann zu seiner eigenen Realitiät. Der Kreislauf aus schlecht denken und schlecht fühlen geht dann gleich wieder los. Dem Denken freut’s, dem selbst schadet’s. Also wie macht man es? Keinem mehr irgendwas erzählen? Nö! Einfach machen. Und sich immer bewusst sein, dass egal was kommt, man immer hier ist, man immer freudig seine Realität sehen kann oder immer böse.

Bewertung über gut und böse der Dinge die passieren, macht jeder für sich ganz allein in seinem Kopf. Das kann kein anderer bestimmten. Und wenn ich heute sage „ich mach morgen das, weil mir gerade danach ist“ und morgen mach ich dann doch was ganz anderes, mach ich doch immer noch ein und das Selbe, und zwar: das was ich in genau diesem Augenblick tun will und für mich als richtig empfinde und mir Freude macht in genau diesem Augenblick!.

Ende 🙂

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