Vipassana Meditation für Einsicht und Achtsamkeit

Bei der Vipassana Meditation geht es um ein genaueres Verständnis davon, wie sich alles ändert, verformt, wechselt, in anderer Form geht als es gekommen ist und sich vielleicht sogar auflöst.

Es geht darum, das Naturgesetz vom Kommen und Gehen nachvollziehen und verstehen zu können. Ganz speziell geht es aber auch darum, zu sehen, wie wir von dem Unangenehm wegrennen und das Angenehme aufsuchen, wie wir uns zu Geiseln unsrer Empfindungen machen und wie dieses unser Leben fremdbestimmt.

Im Leben geht es aber nicht darum, auszusuchen, was ich fühlen will und was nicht. Vor allem nicht dann, wenn die Gefühle bereits in Erscheinung getreten sind. Es geht darum, diese Gefühle zu fühlen. Voll und Ganz. Allerdings auch mit dem gewissen Abstand.

📹 Video – Eine Einleitung

Ich habe zur Erklärung der Vipassana Meditation auch ein Video, in dem ich dir die Art und Weise erkläre und auch erläutere worum es geht und worauf zu achten ist.

Zum Video geht es hier entlang!

 

Wie im Video erklärt, wollen wir nicht mehr rein gehen in die Identifikation mit dem, was da in unserem Körper passiert. Wir wollen vielmehr einen Schritt zurück gehen, um klar sehen zu können, was sich da tatsächlich in uns abspielt und auch, wie es sich verhält.

🤔 Wozu ist Vipassana gut?

Gerade auch beim Umgang mit Schmerz und allem Unangenehmen, was uns stört (eine Fliege im Gesicht, ein schmerzendes Knie, etc.), weichen wir aus, drehen uns um, wischen wir weg. Der anfängliche Reiz des Störenden wird sofort in einer Handlung enden. Wir denken nämlich im Vorfeld schon, dass es nicht aushaltbar ist und es geändert werden muss.

Was aber ist, wenn wir die Fliege im Gesicht beobachten?
Wenn wir die Körperreaktionen beobachten? Selbst wenn uns durch das Kribbeln ausgelöste Tränen das Gesicht runter laufen?
Was für Gedanken kommen uns? Was erzählt uns unser Kopf, warum dieser Zustand gerade sofort geändert werden muss?

Welche Gefühle und Emotionen steigen auf? Wie verhalten sie sich?
Wo kann ich sie lokalisieren?
Bleiben sie an einem Ort oder verändern sie sich, bewegen sie sich?
Und wenn, wie und wo?

Wie ist es mit einem schmerzenden Knie? Verändert sich der Schmerz oder bleibt er gleich?
Wo genau ist der Schmerz, wo ist sein Zentrum, bis wohin erstreckt er sich?
Was kann ich neben dem Schmerz noch wahrnehmen? Fühlt sich alles so an oder gibt es Stellen im Körper an denen ich ganz andere Empfindungen wahrnehmen kann?

 

Vipassana vs. Bodyscan

Bei der Vipassana Meditation gehen wir nun, ähnlich wie beim Bodyscan, wieder durch unseren Körper. Diesmal von Oben nach Unten. Wir versuchen in die Körperteile reinzufühlen, sie zu erkennen und zu sehen, mit allem was sich da zeigt. Sei es ein Kribbeln, ein Pulsieren, ein Stechen, ein Schmerz, ein Zittern, oder auch nichts. Es ist egal, was wir wahrnehmen, nur dass wir wahrnehmen. Auch wenn da nichts ist, kann ich wahrnehmen, dass ich da eben im Moment nichts spüre.

🤔 Wie führe ich die Vipassana Meditation aus?

Wir gehen fließend durch den Körper, ohne an bestimmten Erscheinungen festzuhalten. Weder an dem, was schön ist, noch an dem, was sich nicht gut anfühlt oder auch nicht an dem, wenn wir gar nicht spüren. Wir nehmen alles wahr und wir lassen es so sein, wie es ist. Wir schauen nicht weg, selbst wenn es weh tut. Wir legen unsere Aufmerksamkeit diesmal genau auf die Stellen, die wir sonst nicht sehen wollen, ohne aber an ihnen kleben zu bleiben.

Und vor allem werden wir nicht reagieren. Und das bringt uns zur genauen Ausführung dieser Art der Meditation. Wir werden diese Übung im Sitzen machen und für die gesamte Zeit der Meditation wirst du dich nicht bewegen!

Kein Korrigieren der Haltung, kein Kratzen, kein Fußwackeln, kein gar nichts! Nicht eine Bewegung. Auch, wenn es wehtut. Natürlich sei gesagt, wenn die Schmerzen tatsächlich unkontrollierbar schlimm sind, dann natürlich ändere deine Position. Aber wenn es einfach nur Schmerzen sind, dann lass sie da sein und wir schauen uns diese an. Wer weiß, was dieser Schmerz dir offenbaren kann.

Im ATEM-Onlinekurs machen wir diese Meditation für 30 Minuten, in der Tradition selbst sitzt man für 60 Minuten regungslos.

Wenn du gern, nach etwas Übung, 60 Minuten in absoluter Bewegungslosigkeit ausprobieren möchtest, dann kannst du das selbstverständlich gerne machen!

🤔 Wozu nochmal die Übung genau?

Wir erleben unsere Welt, unser Leben nur durch unseren Körper und alles, was sich in und auf ihm abspielt löst etwas in uns aus. Wie wir darauf reagieren führt dazu, ob wir unseren inneren Frieden finden oder weiterhin wie zwangsgesteuert uns von allen möglichen äußeren und inneren Umständen rumkommandieren lassen.

Lernen wir, Abstand zu bekommen und die oft auch sonst so schwierigen Formen von schlechten Gefühlen, vermeintlich unkontrollierbaren Emotionen und auch Schmerzen näher zu betrachten, statt sie unkontrolliert auszuleben, dann können wir deren wahre Natur erkennen, und zwar die, dass diese sich einfach nur bewegen wollen. Und so, wie sie sich bewegen, werden sie sich verformen, verändern und auch wieder gehen. Wozu also an diesen so unbeständigen Erscheinungen festhalten?

Außerdem bekommen wir einen wirklich richtigen Kontakt zu uns. Denn das, was wir sonst nur oberflächlich wahrnehmen und sofort versuchen zu ändern, können wir nun ganz genau betrachten und deren Natur studieren.

Wie fühlt sich eben dieses eine Gefühl an, was ich habe?
Ist es nur das eine, oder sind es Schichten?
Was liegt denn unter dem Gefühl, was liegt dahinter?
Ist da mehr zu entdecken?

Kann ich es feiner und subtiler betrachten?
Was wird vielleicht von dem anscheinlichen Gefühl verborgen, was möchte sich tatsächlich zeigen, was sich bisher aber nicht zeigen konnte, weil wir es uns nie angeschaut haben?
Was möchte gesehen werden, was möchte beachtet werden, was will wieder ins Fließen kommen?

Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit dem Bodyscan!
Hier nochmal die entscheidenden Links:

Die Erklärung zur Vipassana Meditation als Video

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