Über das Schöpfen von Kraft (Poem)

„So lasst mich sein.

In meinem Takt, an meinem Platz.

So wie ich bin, mal groß, mal klein.

So brauch ich Zeit, so schöpf ich Kraft.“

Geschrieben auf Bali im Jahr 2017, während ich gerade einige innere emotionale Konflikte durchlebte und feststellte, dass alles okay ist, wenn ich mir Zeit gebe. Und auch, wenn andere mir Zeit geben und mich lassen können, wie ich bin. Und auch, wenn ich mich lassen und annehmen kann, wie ich bin. Eben mal groß und auch mal klein. Dass ich nicht gegen das Kleine ankämpfen brauch und auch nicht versuchen muss, es schnell in das Große zu verwandeln. Wenn das Kleine sein darf, ich sein darf, mein Rhythmus, meine Zeit, mein Rückzug sein darf, dann schöpfe ich Kraft. Dann geht es mir gut. Dann heile ich.

Nicht immer klappt alles so, wie ich will. Nicht immer ist Zeit und Raum da, mich meinen Freuden hinzugeben. Nicht immer hab ich Muse und Tatendrang. Nicht immer bin ich gut drauf und inspiriert. Nicht immer gefällt mir, was ich tue. Nicht immer bin ich überzeugt. Nicht immer bin ich ein guter Zeitgenosse, fröhlich und freundlich. Oft hab ich keine Lust. Oft fehlt mir Sinn und Fleiß. Oft fehlt mir Ruhe und Rückzug. Oft fehlt mir Zeit und Geduld. Oft fehlen mir die Worte für mein Fühlen. Oft weiß ich nicht wo lang. Doch in Ruhe, in meinem Rhythmus und meinem Tempo, wenn ich mich so sein lassen kann, wie ich bin, wenn ich mich nicht anschiebe oder verleugne. Wenn ich einfach geschehen lassen kann, dann schöpf ich Kraft.

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