Brief an eine Freundin – über die Angst, nicht das in seinem Leben zu bekommen, was man will.

Nun sitz ich im Café allein – draußen, im Halbwarmen und fang einfach an dir zu schreiben. Gedanken und Ideen vorher zu ordnen, das wird doch eh nix. Einfach drauf los und im Nachhinein entwirren, so wird‘s jetzt gemacht!

Ich hab mich lang nicht getraut, dir zu schreiben, aus Furcht vor mir selbst. Nicht zu wissen, was ich schreiben soll im Hinblick auf schlaue Worte, gute Ratschläge, Weisheiten und Lebensfragen. Über meine Einstellung, die Sicht der Dinge, mein Befinden und die Beschaffenheit meiner Seele. Furcht deshalb, weil ich lange Zeit wieder gefangen war im Sog der Möglichkeiten, der Entscheidungsfragen, des Bewertens meiner jetzigen Situation in Gut und Böse, in Gefallen oder nicht Gefallen. Ich habe in letzter Zeit geistigen Widerstand geleistet gegen alles, was sich mir darbot und was sich nicht von jetzt auf gleich ändern lassen ließ.

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